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Aktualisiert: 2026-02-05

Startup Landscape erstellen: So baust du eine Market Map in 60 Minuten

Startup Landscape & Market Map in 60 Min erstellen: Taxonomie, Datenquellen, Update-Workflow. Inkl. Vorlage & KI-Tool für Deal Sourcing.

Leopold Bosankic

Leo ist CEO und Co-Founder von Researchly mit jahrelanger Erfahrung als Investment Manager, KI-Berater & Data Scientist.

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Startup Landscape erstellen: So baust du eine Market Map in 60 Minuten

TL/DR

Eine Startup Landscape (Market Map) ist eine strukturierte Übersicht über Unternehmen in einem Markt – und dein unfairer Vorteil beim Deal Sourcing, bei Wettbewerbsanalysen und Strategie-Entscheidungen. Das Problem ist selten das Zeichnen der Grafik, sondern das schnelle, saubere Zusammenstellen einer belastbaren Market Map: Kategorien definieren, Quellen kombinieren, Daten aktuell halten. Dieser Guide zeigt dir einen praxiserprobten 60-Minuten-Prozess, mit dem du eine verwendbare Startup Landscape erstellst – inklusive Taxonomie, Enrichment und Update-Workflow.


Inhalt

  1. Was bedeutet "Startup Landscape" und wann lohnt sich eine Market Map?
  2. Der 60-Minuten-Plan (Timeboxing)
  3. Minute 0–5: Scope festziehen
  4. Minute 5–15: Seed-Liste aus guten Quellen bauen
  5. Minute 15–30: Taxonomie definieren
  6. Minute 30–45: Enrichment, Dubletten, Plausibilitätscheck
  7. Minute 45–55: Visualisierung
  8. Minute 55–60: Update-Workflow festlegen
  9. Wie du Market Maps schneller baust (mit KI-Agenten)
  10. Qualitätscheck: Ist deine Landscape entscheidungsfähig?
  11. Häufige Fallstricke
  12. FAQ

Was bedeutet "Startup Landscape" und wann lohnt sich eine Market Map?

Eine Startup Landscape ist eine strukturierte Übersicht über Unternehmen in einem Markt. Meist visualisiert als Kategorie-Map (z.B. "Data", "Workflow", "Security") oder als 2x2-Matrix (z.B. "Enterprise vs. SMB" und "horizontal vs. vertical").

Sie ist kein Selbstzweck, sondern ein Arbeitsinstrument.

Typische Use Cases:

Use Case Ziel Beispiel
VC / Angel Deal Sourcing Erkennen, welche Teams in deiner Thesis sichtbar sind "Wer baut im DACH-Raum AI Compliance Tools?"
Research / Strategy Marktgröße, Reifegrad, Wettbewerbsintensität erfassen Whitespace-Analyse für neue Produktkategorie
BD / Corporate Venture Partner- und Buy-or-Build-Kandidaten identifizieren Shortlist für M&A-Screening

Wichtig: Eine Market Map muss nicht vollständig sein – sie muss entscheidungsfähig sein.

Das erreichst du mit klarer Scope-Definition und konsistenter Kategorisierung. Genau das unterscheidet professionelles Deal Sourcing mit AI von endlosen Excel-Listen.


Der 60-Minuten-Plan (Timeboxing)

Zeit Schritt Ergebnis
0–5 Min. Scope & Definition 1 Satz, der Markt, Geografie und Stage abgrenzt
5–15 Min. Seed-Liste bauen 30–80 Firmen aus Quellenmix
15–30 Min. Taxonomie definieren Jede Firma passt in 1–2 Kategorien
30–45 Min. Enrichment & Cleanup Dubletten raus, Basisdaten drin
45–55 Min. Visualisierung 1 Folie, die sich in 30 Sekunden erklärt
55–60 Min. Update-Workflow Signale, Frequenz, Owner definiert

Wenn du mehr Zeit hast, geh tiefer. Aber dieser Ablauf liefert dir in 60 Minuten eine "Version 1", die du sofort in Memos, Pipeline-Reviews oder Partner-Gesprächen nutzen kannst.


Minute 0–5: Scope festziehen (sonst explodiert die Karte)

Bevor du irgendetwas sammelst, beantworte diese drei Fragen schriftlich:

1. Marktdefinition: Was ist drin, was ist draußen?

Beispiel: "B2B-Startups, die KI-gestützte Compliance-Automation für EU-regulierte Branchen anbieten. Keine Kanzleien, keine reinen Consulting-Services."

2. Geografie und Stage

DACH, EU, global? Pre-Seed bis Series A oder auch Late Stage?

3. Käufer und Problem

Wer zahlt und wofür?

Wenn du das nicht definierst, landen in deiner Market Map sehr schnell Tools, Agenturen, Plattformen und "Adjacent Players" ohne klare Abgrenzung.


Minute 5–15: Seed-Liste aus guten Quellen bauen

Ziel ist nicht Perfektion, sondern ein solider Startpunkt mit 30–80 Unternehmen.

Pragmatische Quellen (je nach Segment)

Quellentyp Beispiele Stärke
Deal-Datenbanken Crunchbase, Dealroom, PitchBook Strukturierte Funding-Daten
Accelerator-Listen Y Combinator Companies, Techstars Frühe Signale
Produkt-Launches Product Hunt, GitHub (bei Dev-Tools) Aktuelle Releases
Professional Networks LinkedIn Company Search Hiring-Signale
Events & Awards Konferenz-Agendas, Fachmedien Branchenvalidierung

Für systematisches Tracking von Y Combinator Companies haben wir einen separaten Guide: Y Combinator Companies finden & tracken.

Arbeitsregel für 10 Minuten Geschwindigkeit:

  • Nimm pro Quelle nur die Top-Treffer (10–20 Firmen)
  • Schreib erstmal nur Name + URL in eine Liste
  • Sammle bewusst auch "kleine" Firmen (wenig Funding), wenn sie in deinen Scope passen

Wenn du bei 25 Firmen hängst, ist das oft ein Scope-Problem: entweder zu eng, oder du nutzt zu wenige Quellen. Mehr dazu in unserem Guide Early-Stage Startups finden: Datenquellen, Signale & Filter.


Minute 15–30: Taxonomie definieren

Hier entscheidet sich, ob deine Market Map später nutzbar ist.

Gute Kategorien sind:

  • Mutually exclusive genug, damit nicht alles überall reinpasst
  • Buyer- und problemorientiert, nicht nur "Feature-Suppe"
  • Erweiterbar, ohne dass du alles neu bauen musst

Drei Taxonomie-Modelle (wähle eines)

Modell Wann geeignet Beispiel
Wertschöpfungskette Klare Prozessschritte FinOps, Supply Chain, Clinical Trials
Jobs-to-be-Done Käuferprobleme klar, Lösungen variieren "Finde Leads" vs. "Qualifiziere Leads"
Tech-/Datenlayer Infrastrukturmärkte Data, Security, DevTools

Mini-Template für Kategorien und Regeln

Definiere pro Kategorie eine "Aufnahme-Regel" in einem Satz:

Kategorie Aufnahme-Regel Typische Ausschlüsse
Discovery Tool findet und priorisiert Objekte automatisiert reine Datenbanken ohne Scoring
Workflow Tool steuert Prozesse End-to-End reine Task-Tools ohne Domain-Fit
Monitoring Tool erkennt Veränderungen und alarmiert einmalige Reports ohne Updates
Compliance Tool unterstützt Audit, Policies, Nachweise Beratungsprojekte ohne Produkt

Diese Regeln sparen dir später Diskussionen im Team und machen die Market Map konsistent.

Kategorisiere schnell: 1–2 Kategorien pro Firma

Wenn du jeder Firma 3–5 Labels gibst, wird die Karte unlesbar.

  • Standard: 1 Kategorie
  • Ausnahme: 2 Kategorien, wenn das Produkt wirklich zwei Primär-Jobs abdeckt

Minute 30–45: Enrichment, Dubletten, Plausibilitätscheck

Jetzt machst du aus einer Namensliste ein Research-Artefakt.

Empfohlene Basisfelder

Feld Beispiel
Website example.com
Kurzbeschreibung 1 Satz, problemorientiert
HQ/Region Berlin, DACH
Zielkunde SMB, Midmarket, Enterprise, Devs
Stage-Heuristik Pre-Seed, Seed, Series A
1–2 Signals Hiring, Produktlaunch, Partnership

Wichtig: Wenn Daten unsicher sind, markiere sie als "unknown" statt zu raten. Falsche Sicherheit ist gefährlicher als eine Lücke.

Quick-Cleanup: die drei häufigsten Fehler

  1. Dubletten: gleicher Name, mehrere Domains, unterschiedliche Schreibweisen
  2. Kategorie-Drift: Firmen, die eigentlich "Adjacent" sind und den Scope verwässern
  3. Buzzword-Descriptions: Ersetze "AI-powered platform" durch "macht X für Y, um Z zu erreichen"

Für systematisches Enrichment und Deduplizierung helfen KI-Tools für strategische Marktanalyse.


Minute 45–55: Visualisierung

Dein Output muss nicht fancy sein. Er muss eine klare Aussage transportieren.

Zwei robuste Formate

1. Kategorie-Market-Map

  • Spalten sind Kategorien
  • Logos oder Namen darin
  • Optional: Farbcodes für Stage oder Region

2. 2x2-Matrix (Positionierung)

  • Achsen sind kaufentscheidende Dimensionen
  • Beispiel: "Self-serve vs. Enterprise Sales" und "horizontal vs. vertical"

Wenn du unsicher bist: Starte mit der Kategorie-Market-Map. Sie ist schneller, neutraler und funktioniert für die meisten Segmente.

Die Logik dahinter entspricht der Identifikation von Opportunity Spaces: Wo sind die weißen Flecken? Welche Quadranten sind überfüllt?


Minute 55–60: Update-Workflow festlegen

Eine Startup Landscape ist ein "lebendes" Dokument. Ohne Update-Plan wird sie innerhalb weniger Wochen unzuverlässig.

Definiere minimal:

Element Beschreibung
Owner Eine Person/Rolle, die Updates verantwortet
Frequenz Wöchentlich (aktive Deal-Teams) oder monatlich (Strategie-Maps)
Signale Welche Veränderungen machen eine Firma "neu interessant"?

Relevante Update-Signale:

  • Hiring in Schlüsselrollen
  • Neue Kundenlogos
  • Funding-Runden
  • Produktlaunches
  • Partnerschaften

Wenn du im Team arbeitest: Jede neue Firma muss eine Kategorie-Regel erfüllen und mindestens ein Basisfeld haben – sonst landet sie in einer "Review"-Spalte.


Wie du Market Maps schneller baust (mit KI-Agenten)

Wenn du Market Maps regelmäßig baust, ist nicht die erste Erstellung der Zeitfresser, sondern:

  • Firmen finden, die noch nicht in Standard-Datenbanken auftauchen
  • Signale laufend beobachten
  • Daten konsistent aktualisieren
  • Ergebnisse in CRM oder interne Research-Tools übertragen

Wo KI-Plattformen helfen

Capability Nutzen für Market Maps
KI-gestützte Startup Discovery Schneller von Thesis zu Kandidatenliste
Custom Signal Feeds Definieren, welche Events Updates triggern
Competitor Sourcing Landscape um ein Seed-Unternehmen aufbauen
Market Mapping via NLP Sektor-Map aus echten Sprachsignalen ableiten
CRM-Integration Landscape fließt in bestehende Pipeline
Tägliche Datenaktualisierung Signale bleiben aktuell

Researchly ist genau für diese Art von Arbeit gebaut: VCs, Research-Teams und BD-Profis dabei zu helfen, Early-Stage Companies mit KI-Agenten zu entdecken und zu analysieren.


Qualitätscheck: Ist deine Landscape entscheidungsfähig?

Stell dir diese fünf Fragen. Wenn du dreimal "nein" sagst, braucht die Karte noch 20–40 Minuten.

Frage Zielkriterium
Ist der Scope in einem Satz klar und testbar?
Kann jemand Fremdes in 30 Sekunden die Kategorien erklären?
Hat jede Firma eine eindeutige Zuordnung (1–2 Kategorien)?
Sind die Datenfelder konsistent (gleiches Format, keine Buzzwords-only)?
Gibt es einen Update-Mechanismus (Signale, Owner, Frequenz)?

Häufige Fallstricke (und wie du sie vermeidest)

Fallstrick Problem Lösung
Zu viele Kategorien Mehr als 10 Segmente verwirren In Version 1 clustern, später verfeinern
Feature- statt Käufer-Kategorien Schwer interpretierbar Nach Problem/Buyer strukturieren
Overfitting an eine Firma Landscape wird zum Pitch Deck Funktioniert sie auch mit anderer Firmenliste?
Kein Umgang mit Unsicherheit Falsche Daten "Unknown" ist okay, Raten nicht

Dein Ergebnis nach 60 Minuten

Deliverable-Checkliste:

  • [ ] Liste mit 30–80 Firmen und URLs
  • [ ] 5–10 Kategorien mit klaren Aufnahme-Regeln
  • [ ] Market-Map-Visualisierung (1 Folie)
  • [ ] Basisdaten-Set pro Firma (Kurzbeschreibung, Zielkunde)
  • [ ] Update-Workflow (Signale, Owner, Frequenz)

Wenn du diesen Standard jedes Mal erreichst, wird deine Startup Landscape ein wiederverwendbares Asset – nicht nur ein hübsches Bild.

Wenn du Market Maps regelmäßig erstellen musst und dabei schneller von „Thesis“ zu „laufend aktualisierter Longlist“ kommen willst, schau dir Researchly an. Die Plattform ist darauf ausgelegt, Startup Discovery, Signals und Market Maps in wiederholbare Workflows zu bringen, inklusive Integrationen in bestehende Systeme wie CRMs.

FAQ

Frequently asked questions

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