Startup Landscape erstellen: So baust du eine Market Map in 60 Minuten
TL/DR
Eine Startup Landscape (Market Map) ist eine strukturierte Übersicht über Unternehmen in einem Markt – und dein unfairer Vorteil beim Deal Sourcing, bei Wettbewerbsanalysen und Strategie-Entscheidungen. Das Problem ist selten das Zeichnen der Grafik, sondern das schnelle, saubere Zusammenstellen einer belastbaren Market Map: Kategorien definieren, Quellen kombinieren, Daten aktuell halten. Dieser Guide zeigt dir einen praxiserprobten 60-Minuten-Prozess, mit dem du eine verwendbare Startup Landscape erstellst – inklusive Taxonomie, Enrichment und Update-Workflow.
Inhalt
- Was bedeutet "Startup Landscape" und wann lohnt sich eine Market Map?
- Der 60-Minuten-Plan (Timeboxing)
- Minute 0–5: Scope festziehen
- Minute 5–15: Seed-Liste aus guten Quellen bauen
- Minute 15–30: Taxonomie definieren
- Minute 30–45: Enrichment, Dubletten, Plausibilitätscheck
- Minute 45–55: Visualisierung
- Minute 55–60: Update-Workflow festlegen
- Wie du Market Maps schneller baust (mit KI-Agenten)
- Qualitätscheck: Ist deine Landscape entscheidungsfähig?
- Häufige Fallstricke
- FAQ
Was bedeutet "Startup Landscape" und wann lohnt sich eine Market Map?
Eine Startup Landscape ist eine strukturierte Übersicht über Unternehmen in einem Markt. Meist visualisiert als Kategorie-Map (z.B. "Data", "Workflow", "Security") oder als 2x2-Matrix (z.B. "Enterprise vs. SMB" und "horizontal vs. vertical").
Sie ist kein Selbstzweck, sondern ein Arbeitsinstrument.
Typische Use Cases:
| Use Case | Ziel | Beispiel |
|---|---|---|
| VC / Angel Deal Sourcing | Erkennen, welche Teams in deiner Thesis sichtbar sind | "Wer baut im DACH-Raum AI Compliance Tools?" |
| Research / Strategy | Marktgröße, Reifegrad, Wettbewerbsintensität erfassen | Whitespace-Analyse für neue Produktkategorie |
| BD / Corporate Venture | Partner- und Buy-or-Build-Kandidaten identifizieren | Shortlist für M&A-Screening |
Wichtig: Eine Market Map muss nicht vollständig sein – sie muss entscheidungsfähig sein.
Das erreichst du mit klarer Scope-Definition und konsistenter Kategorisierung. Genau das unterscheidet professionelles Deal Sourcing mit AI von endlosen Excel-Listen.
Der 60-Minuten-Plan (Timeboxing)
| Zeit | Schritt | Ergebnis |
|---|---|---|
| 0–5 Min. | Scope & Definition | 1 Satz, der Markt, Geografie und Stage abgrenzt |
| 5–15 Min. | Seed-Liste bauen | 30–80 Firmen aus Quellenmix |
| 15–30 Min. | Taxonomie definieren | Jede Firma passt in 1–2 Kategorien |
| 30–45 Min. | Enrichment & Cleanup | Dubletten raus, Basisdaten drin |
| 45–55 Min. | Visualisierung | 1 Folie, die sich in 30 Sekunden erklärt |
| 55–60 Min. | Update-Workflow | Signale, Frequenz, Owner definiert |
Wenn du mehr Zeit hast, geh tiefer. Aber dieser Ablauf liefert dir in 60 Minuten eine "Version 1", die du sofort in Memos, Pipeline-Reviews oder Partner-Gesprächen nutzen kannst.
Minute 0–5: Scope festziehen (sonst explodiert die Karte)
Bevor du irgendetwas sammelst, beantworte diese drei Fragen schriftlich:
1. Marktdefinition: Was ist drin, was ist draußen?
Beispiel: "B2B-Startups, die KI-gestützte Compliance-Automation für EU-regulierte Branchen anbieten. Keine Kanzleien, keine reinen Consulting-Services."
2. Geografie und Stage
DACH, EU, global? Pre-Seed bis Series A oder auch Late Stage?
3. Käufer und Problem
Wer zahlt und wofür?
Wenn du das nicht definierst, landen in deiner Market Map sehr schnell Tools, Agenturen, Plattformen und "Adjacent Players" ohne klare Abgrenzung.
Minute 5–15: Seed-Liste aus guten Quellen bauen
Ziel ist nicht Perfektion, sondern ein solider Startpunkt mit 30–80 Unternehmen.
Pragmatische Quellen (je nach Segment)
| Quellentyp | Beispiele | Stärke |
|---|---|---|
| Deal-Datenbanken | Crunchbase, Dealroom, PitchBook | Strukturierte Funding-Daten |
| Accelerator-Listen | Y Combinator Companies, Techstars | Frühe Signale |
| Produkt-Launches | Product Hunt, GitHub (bei Dev-Tools) | Aktuelle Releases |
| Professional Networks | LinkedIn Company Search | Hiring-Signale |
| Events & Awards | Konferenz-Agendas, Fachmedien | Branchenvalidierung |
Für systematisches Tracking von Y Combinator Companies haben wir einen separaten Guide: Y Combinator Companies finden & tracken.
Arbeitsregel für 10 Minuten Geschwindigkeit:
- Nimm pro Quelle nur die Top-Treffer (10–20 Firmen)
- Schreib erstmal nur Name + URL in eine Liste
- Sammle bewusst auch "kleine" Firmen (wenig Funding), wenn sie in deinen Scope passen
Wenn du bei 25 Firmen hängst, ist das oft ein Scope-Problem: entweder zu eng, oder du nutzt zu wenige Quellen. Mehr dazu in unserem Guide Early-Stage Startups finden: Datenquellen, Signale & Filter.
Minute 15–30: Taxonomie definieren
Hier entscheidet sich, ob deine Market Map später nutzbar ist.
Gute Kategorien sind:
- Mutually exclusive genug, damit nicht alles überall reinpasst
- Buyer- und problemorientiert, nicht nur "Feature-Suppe"
- Erweiterbar, ohne dass du alles neu bauen musst
Drei Taxonomie-Modelle (wähle eines)
| Modell | Wann geeignet | Beispiel |
|---|---|---|
| Wertschöpfungskette | Klare Prozessschritte | FinOps, Supply Chain, Clinical Trials |
| Jobs-to-be-Done | Käuferprobleme klar, Lösungen variieren | "Finde Leads" vs. "Qualifiziere Leads" |
| Tech-/Datenlayer | Infrastrukturmärkte | Data, Security, DevTools |
Mini-Template für Kategorien und Regeln
Definiere pro Kategorie eine "Aufnahme-Regel" in einem Satz:
| Kategorie | Aufnahme-Regel | Typische Ausschlüsse |
|---|---|---|
| Discovery | Tool findet und priorisiert Objekte automatisiert | reine Datenbanken ohne Scoring |
| Workflow | Tool steuert Prozesse End-to-End | reine Task-Tools ohne Domain-Fit |
| Monitoring | Tool erkennt Veränderungen und alarmiert | einmalige Reports ohne Updates |
| Compliance | Tool unterstützt Audit, Policies, Nachweise | Beratungsprojekte ohne Produkt |
Diese Regeln sparen dir später Diskussionen im Team und machen die Market Map konsistent.
Kategorisiere schnell: 1–2 Kategorien pro Firma
Wenn du jeder Firma 3–5 Labels gibst, wird die Karte unlesbar.
- Standard: 1 Kategorie
- Ausnahme: 2 Kategorien, wenn das Produkt wirklich zwei Primär-Jobs abdeckt
Minute 30–45: Enrichment, Dubletten, Plausibilitätscheck
Jetzt machst du aus einer Namensliste ein Research-Artefakt.
Empfohlene Basisfelder
| Feld | Beispiel |
|---|---|
| Website | example.com |
| Kurzbeschreibung | 1 Satz, problemorientiert |
| HQ/Region | Berlin, DACH |
| Zielkunde | SMB, Midmarket, Enterprise, Devs |
| Stage-Heuristik | Pre-Seed, Seed, Series A |
| 1–2 Signals | Hiring, Produktlaunch, Partnership |
Wichtig: Wenn Daten unsicher sind, markiere sie als "unknown" statt zu raten. Falsche Sicherheit ist gefährlicher als eine Lücke.
Quick-Cleanup: die drei häufigsten Fehler
- Dubletten: gleicher Name, mehrere Domains, unterschiedliche Schreibweisen
- Kategorie-Drift: Firmen, die eigentlich "Adjacent" sind und den Scope verwässern
- Buzzword-Descriptions: Ersetze "AI-powered platform" durch "macht X für Y, um Z zu erreichen"
Für systematisches Enrichment und Deduplizierung helfen KI-Tools für strategische Marktanalyse.
Minute 45–55: Visualisierung
Dein Output muss nicht fancy sein. Er muss eine klare Aussage transportieren.
Zwei robuste Formate
1. Kategorie-Market-Map
- Spalten sind Kategorien
- Logos oder Namen darin
- Optional: Farbcodes für Stage oder Region
2. 2x2-Matrix (Positionierung)
- Achsen sind kaufentscheidende Dimensionen
- Beispiel: "Self-serve vs. Enterprise Sales" und "horizontal vs. vertical"
Wenn du unsicher bist: Starte mit der Kategorie-Market-Map. Sie ist schneller, neutraler und funktioniert für die meisten Segmente.
Die Logik dahinter entspricht der Identifikation von Opportunity Spaces: Wo sind die weißen Flecken? Welche Quadranten sind überfüllt?
Minute 55–60: Update-Workflow festlegen
Eine Startup Landscape ist ein "lebendes" Dokument. Ohne Update-Plan wird sie innerhalb weniger Wochen unzuverlässig.
Definiere minimal:
| Element | Beschreibung |
|---|---|
| Owner | Eine Person/Rolle, die Updates verantwortet |
| Frequenz | Wöchentlich (aktive Deal-Teams) oder monatlich (Strategie-Maps) |
| Signale | Welche Veränderungen machen eine Firma "neu interessant"? |
Relevante Update-Signale:
- Hiring in Schlüsselrollen
- Neue Kundenlogos
- Funding-Runden
- Produktlaunches
- Partnerschaften
Wenn du im Team arbeitest: Jede neue Firma muss eine Kategorie-Regel erfüllen und mindestens ein Basisfeld haben – sonst landet sie in einer "Review"-Spalte.
Wie du Market Maps schneller baust (mit KI-Agenten)
Wenn du Market Maps regelmäßig baust, ist nicht die erste Erstellung der Zeitfresser, sondern:
- Firmen finden, die noch nicht in Standard-Datenbanken auftauchen
- Signale laufend beobachten
- Daten konsistent aktualisieren
- Ergebnisse in CRM oder interne Research-Tools übertragen
Wo KI-Plattformen helfen
| Capability | Nutzen für Market Maps |
|---|---|
| KI-gestützte Startup Discovery | Schneller von Thesis zu Kandidatenliste |
| Custom Signal Feeds | Definieren, welche Events Updates triggern |
| Competitor Sourcing | Landscape um ein Seed-Unternehmen aufbauen |
| Market Mapping via NLP | Sektor-Map aus echten Sprachsignalen ableiten |
| CRM-Integration | Landscape fließt in bestehende Pipeline |
| Tägliche Datenaktualisierung | Signale bleiben aktuell |
Researchly ist genau für diese Art von Arbeit gebaut: VCs, Research-Teams und BD-Profis dabei zu helfen, Early-Stage Companies mit KI-Agenten zu entdecken und zu analysieren.
Qualitätscheck: Ist deine Landscape entscheidungsfähig?
Stell dir diese fünf Fragen. Wenn du dreimal "nein" sagst, braucht die Karte noch 20–40 Minuten.
| Frage | Zielkriterium |
|---|---|
| Ist der Scope in einem Satz klar und testbar? | ✓ |
| Kann jemand Fremdes in 30 Sekunden die Kategorien erklären? | ✓ |
| Hat jede Firma eine eindeutige Zuordnung (1–2 Kategorien)? | ✓ |
| Sind die Datenfelder konsistent (gleiches Format, keine Buzzwords-only)? | ✓ |
| Gibt es einen Update-Mechanismus (Signale, Owner, Frequenz)? | ✓ |
Häufige Fallstricke (und wie du sie vermeidest)
| Fallstrick | Problem | Lösung |
|---|---|---|
| Zu viele Kategorien | Mehr als 10 Segmente verwirren | In Version 1 clustern, später verfeinern |
| Feature- statt Käufer-Kategorien | Schwer interpretierbar | Nach Problem/Buyer strukturieren |
| Overfitting an eine Firma | Landscape wird zum Pitch Deck | Funktioniert sie auch mit anderer Firmenliste? |
| Kein Umgang mit Unsicherheit | Falsche Daten | "Unknown" ist okay, Raten nicht |
Dein Ergebnis nach 60 Minuten
Deliverable-Checkliste:
- [ ] Liste mit 30–80 Firmen und URLs
- [ ] 5–10 Kategorien mit klaren Aufnahme-Regeln
- [ ] Market-Map-Visualisierung (1 Folie)
- [ ] Basisdaten-Set pro Firma (Kurzbeschreibung, Zielkunde)
- [ ] Update-Workflow (Signale, Owner, Frequenz)
Wenn du diesen Standard jedes Mal erreichst, wird deine Startup Landscape ein wiederverwendbares Asset – nicht nur ein hübsches Bild.
Wenn du Market Maps regelmäßig erstellen musst und dabei schneller von „Thesis“ zu „laufend aktualisierter Longlist“ kommen willst, schau dir Researchly an. Die Plattform ist darauf ausgelegt, Startup Discovery, Signals und Market Maps in wiederholbare Workflows zu bringen, inklusive Integrationen in bestehende Systeme wie CRMs.





