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Aktualisiert: 2026-09-10

TAM SAM SOM berechnen: Formeln, Analyse & Beispiel

TAM SAM SOM berechnet sich über Top-Down und Bottom-Up. TAM ist Kunden mal Jahresumsatz, SAM der erreichbare Teil, SOM der Umsatz, den der Vertrieb trägt.

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Case Study

Die meisten TAM-SAM-SOM-Rechnungen in Pitch Decks sind Fantasiezahlen. Jemand nimmt eine Marktgröße aus Statista, schreibt "davon adressieren wir 10 %" auf die Folie und hofft, dass niemand nachfragt. Spätestens im Investment Memo fragt jemand nach.

Die Folie hält, wenn beide Methoden in derselben Größenordnung landen. Was TAM, SAM und SOM bedeuten, steht im Grundlagenartikel. Hier geht es um Formeln, Filter und ein durchgerechnetes DACH-Beispiel.

Was ist der Unterschied zwischen Top-Down und Bottom-Up?

Top-Down startet bei einer veröffentlichten Branchenzahl und filtert. Bottom-Up startet bei der kleinsten prüfbaren Einheit, Kund*Innen mal Preis, und skaliert hoch.

Top-Down ist schnell. Die Schwäche sitzt in der Ausgangszahl: Sie übernehmen die Segmentierung eines Dritten, die oft nicht zu Ihrem Produkt passt. Ein Statista-Report zu "HR-Software Deutschland" enthält Payroll, Talent Acquisition und Workforce Analytics in einer Zahl. Wenn Sie nur eine Schicht verkaufen, ist der Ausgangswert schon zu breit.

Bottom-Up ist langsamer, weil die Kundenzahl aus einem Register kommen muss. Dafür ist jede Annahme einzeln angreifbar. Genau deshalb nehmen Investor*Innen diese Methode ernster.

Die Gegenprobe ist der Punkt der Analyse. Liegen beide Ergebnisse um den Faktor zehn auseinander, sitzt der Fehler in einer Annahme, meist im Segment oder im Preis. Liegen sie in derselben Größenordnung, erklären Sie die Lücke. Verstecken Sie sie nicht.

Welche Inputs vor der ersten Formel stehen, hängt am Fall. Ein B2B-SaaS braucht oft ein Unternehmensregister und die eigene Preisliste. Ein Consumer-Produkt eher Bevölkerungszahl und Jahresumsatz pro Kopf. Dazu kommt fast immer ein Branchenreport mit Jahr, plus die Filter, die Region, Kanal und Produkt wirklich begrenzen.

Diese Zahlen aus Register, Report und Datenbank zusammenzuziehen, ist die eigentliche Arbeit. Researchly holt sie aus Firmendatenbanken, Destatis und Branchenquellen und setzt die realen Werte in die Rechnung.

Top-Down und Bottom-Up als zwei Rechenwege

Wie berechnet man den TAM?

Der TAM ist das theoretische Maximum. Zwei Formeln, dieselbe Frage: Wie groß wäre der Umsatz bei 100 Prozent Anteil.

Top-Down:

TAM = Gesamtmarkt aus dem Branchenbericht × Anteil des relevanten Segments

Drei Schritte: Report finden (Statista, Gartner, IDC, Verband), den Teilmarkt identifizieren, der zu Ihrem Produkt gehört, den Rest wegfiltern. Die Quelle braucht ein Jahr. Eine Zahl ohne Datum ist in sechs Monaten nicht mehr verteidigbar.

Beispiel, HR-Software für KMU. Laut Statista beträgt der deutsche HR-Software-Markt 3,2 Mrd. € (2025). Davon entfallen 40 Prozent auf KMU mit 50 bis 500 Mitarbeitenden. TAM Top-Down: 3,2 Mrd. × 0,4 = 1,28 Mrd. €.

Bottom-Up:

TAM = Anzahl potenzieller Kund*Innen × durchschnittlicher Jahresumsatz pro Kunde

Drei Schritte: Profil definieren (Branche, Größe, Region), die Zahl der Unternehmen in diesem Profil recherchieren, den Jahresumsatz ansetzen, den Sie wirklich nehmen, nicht den, den die Studie einem durchschnittlichen Vendor zuschreibt.

Laut Destatis-Unternehmensregister gibt es in Deutschland 67.000 Unternehmen mit 50 bis 500 Mitarbeitenden in Branchen, die HR-Software nutzen. Jahresvertragswert 12.000 €. TAM Bottom-Up: 67.000 × 12.000 € = 804 Mio. €.

1,28 Mrd. gegen 804 Mio. ist eine normale Lücke, kein Rechenfehler. Die Top-Down-Zahl enthält Segmente, die das Produkt nicht bedient. Die Bottom-Up-Zahl ist die, die Sie verteidigen. Auf die Folie gehören beide, plus ein Satz zur Differenz.

Die Formeln sind der einfache Teil. Der nächste Schritt frisst die Zeit: Kundenzahl und Preis aus Register, Report und Preisliste in eine Tabelle ziehen. Ohne diese Zellen bleibt die Formel eine Behauptung.

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Die Formeln stehen. Destatis, Register und Filter bleiben Handarbeit, bis der Workflow sie in einer Folie zusammenzieht.

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Wie berechnet man den SAM?

Der SAM ist der Teil des TAM, den das aktuelle Modell erreichen kann. SAM heißt Serviceable Available Market, in manchen Texten Serviceable Addressable Market. Gemeint ist derselbe Filter.

SAM = erreichbare Kund*Innen × Jahresumsatz

Oder, wenn Sie Top-Down weiterfiltern: TAM × Anteil der Segmente, die Produkt, Region und Kanal wirklich bedienen.

Typische Filter: nur DACH, nur KMU, nur eine Branche, nur Deutsch, nur Direktvertrieb, nur Mid-Market. Jeder Filter braucht eine Begründung, sonst ist es Kosmetik. "Wir starten in DACH, weil der Vertrieb dort sitzt" ist eine Begründung. "Wir nehmen 30 Prozent, weil das konservativ klingt" ist keine.

Zurück zur HR-Software. Vom Bottom-Up-TAM (67.000 Firmen in Deutschland) erweitern Sie auf DACH: plus rund 12.000 in AT und CH, also 79.000. Davon nutzen 60 Prozent HR-Software aktiv im Dienstleistungssektor: 47.400. SAM: 47.400 × 12.000 € = 569 Mio. €.

Wenn der SAM unter 20 Prozent des TAM fällt, ist der TAM meist zu breit, nicht der Markt zu klein. Dann schneiden Sie den TAM nach, statt den SAM künstlich aufzublasen.

Wie berechnet man den SOM?

Der SOM ist der Umsatz, den Vertriebskapazität und Wettbewerb tragen. Der Horizont liegt meist bei drei bis fünf Jahren. Manche Folien rechnen ein bis drei Jahre, das ist kürzer, nicht falsch, solange die Periode auf der Folie steht.

Die Prozentformel ist die schwächere:

SOM = SAM × erwarteter Marktanteil

Die bessere Rechnung hängt an Deals:

SOM = Seller × Deals pro Jahr × Jahresumsatz

Ein realistischer SOM für Startups liegt bei 1 bis 5 Prozent des SAM. Über 10 Prozent braucht eine Pipeline, die das trägt.

HR-Software, konservativ 2 Prozent nach drei Jahren: 569 Mio. × 0,02 = 11,4 Mio. €. Dieselbe Folie über Vertrieb: 5 Seller × 3 Neukunden pro Monat × 12 Monate × 12.000 € = 2,16 Mio. € im ersten Jahr, bei 30 Prozent Wachstum nach drei Jahren rund 4,7 Mio. €.

Die 11,4 Millionen sind ein Prozentwunsch. Die 4,7 Millionen sind eine Kapazität. Auf die Folie gehört die Kapazität, der Prozentwert höchstens als Gegenprobe.

Ebene Rechnung im Beispiel Wert
TAM Top-Down 3,2 Mrd. × 40 % KMU 1,28 Mrd. €
TAM Bottom-Up 67.000 Firmen × 12.000 € 804 Mio. €
SAM 47.400 erreichbare Firmen × 12.000 € 569 Mio. €
SOM (Kapazität, 3 Jahre) Sales-Team, 30 % Wachstum 4,7 Mio. €

TAM SAM SOM als drei Zoomstufen

Wie macht man eine TAM SAM SOM Analyse?

Eine TAM SAM SOM Analyse ist die Rechnung oben, plus Quellen, plus eine Folie, die jemand anderes nachrechnen kann.

Die Arbeit sitzt nicht in der Formel. Sie sitzt im Zusammensuchen: Unternehmensregister, Branchenreport, Preisliste, Pipeline, Wettbewerbsanalyse. Fünf Tabs, oft ein Nachmittag, bevor die erste Zelle stimmt.

Pro Zelle eine Quelle: Destatis oder Firmenanzahl, Statista oder Verband für den Top-Down-TAM, eigene Preisliste für den Jahresumsatz, CRM oder Kapazitätsplan für den SOM. Eine Zahl ohne Link oder Dateiname fällt in der ersten Rückfrage.

Auf der Folie drei Kreise: TAM außen, SAM in der Mitte, SOM innen. Im Appendix die Herleitung, Quelle pro Annahme. Die Kreise allein sind eine Grafik. Die Filter machen daraus eine Analyse.

TAM SAM SOM als drei Kreise

An diesem Punkt zerlegt sich die manuelle Analyse in Register, Report und Excel. Wer die Quellen nicht in fünf Tabs zusammenkopieren will:

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Welche Fehler sind bei der Berechnung typisch?

Vier Muster, immer dieselben.

Der TAM der ganzen Branche. "Der globale Softwaremarkt ist 600 Milliarden Dollar" ist Salesforces Folie, nicht Ihre, wenn Sie HR-Software an deutsche KMU verkaufen.

Kein SAM. Der Sprung vom TAM in den SOM lässt die Reichweite weg. Ohne SAM bleibt unklar, welchen Teil des Marktes das Modell überhaupt erreicht.

SOM als Wunschprozent. "Konservativ 5 Prozent" ist keine Rechnung. Kapazität zuerst, Prozent danach.

Keine Quelle. "Eigene Schätzung" hält der ersten Nachfrage nicht stand. Destatis, Statista, Verband oder eigene Deals, mit Datum.

Worauf achten Investor*Innen bei der Rechnung?

Sie suchen nicht die richtige Zahl. Sie prüfen, ob das Team den Markt zerlegen kann.

Nachvollziehbare Annahmen schlagen eine große TAM. Top-Down und Bottom-Up in derselben Größenordnung. Ein SOM, der an Vertrieb hängt, nicht an einem Slide-Prozent. Und ein SAM, der für den Fonds groß genug ist: für klassisches Venture oft 100 bis 500 Mio. €, darunter eher PE oder Bootstrapping.

Die Folie überzeugt, wenn die Lücke zwischen 1,28 Mrd. und 804 Mio. erklärt ist. Nicht, wenn sie verschwindet.

Wer dieselben drei Ebenen mit Annahmen und Quellen in einer Folie braucht statt in fünf Tabs, setzt das als TAM-SAM-SOM-Marktanalyse auf. Researchly ersetzt keine Entscheidung. Es nimmt die Aggregation aus Firmendatenbanken, Reports und Finanzquellen ab.

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Die Formeln stehen. Destatis, Register und Filter bleiben Handarbeit, bis der Workflow sie in einer Folie zusammenzieht.

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FAQ

Frequently asked questions

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Die Formeln stehen. Destatis, Register und Filter bleiben Handarbeit, bis der Workflow sie in einer Folie zusammenzieht.

  • Kein Abschreiben aus Statista ohne Filter
  • ChatGPT liefert Text, keine prüfbaren Quellen
  • Die Registrierung legt die Vorlage im Workspace an

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