Marktanalyse erstellen – Der komplette Guide
Die meisten Anleitungen zur Marktanalyse listen, was alles rein gehört. Sie sagen selten, wie Sie die Analyse konkret durchführen, welche Datenquellen Sie nutzen und wo die typischen Fehler liegen. Das Ergebnis: Stundenlange Recherche, unvollständige Abschnitte und ein Dokument, das im Businessplan verstaubt.
Eine Marktanalyse beantwortet zwei Fragen: Ist der Markt attraktiv? Welche Chancen habe ich im Wettbewerb? Fuer-Gruender.de und sevDesk erklären die Theorie. Dieser Guide zeigt den Prozess: fünf Schritte, eine Vorlage und konkrete Datenquellen. Wer die Analyse mit KI beschleunigen will, nutzt das Researchly Marktanalyse-Tool.
Was ist eine Marktanalyse?
Die Marktanalyse ist eine Disziplin der Marktforschung. Sie untersucht punktuell einen Markt: Zielgruppe, Wettbewerb, Marktgröße und Marktpotenzial. Im Gegensatz zur PESTEL-Analyse (Makroumfeld) und zur Five Forces Analyse (Branchenstruktur) fokussiert die Marktanalyse auf den konkreten Zielmarkt und die Frage: Lohnt sich der Einstieg?
Typische Anlässe: Businessplan für Gründer*innen, Markteintrittsentscheidung, Commercial Due Diligence bei M&A, Pitch-Deck für Investoren. Die Marktanalyse liefert die Datenbasis für TAM SAM SOM, Wettbewerbsanalyse und strategische Entscheidungen.
Marktanalyse erstellen: fünf Schritte
Schritt 1: Zielmarkt definieren
Was analysieren Sie genau? Eine Branche (z.B. HR-Software), einen Markt (z.B. B2B-SaaS für KMU in der DACH-Region) oder ein Segment (z.B. Recruiting-Tools für Unternehmen mit 50–500 Mitarbeiter*innen)? Die Abgrenzung bestimmt, welche Wettbewerber, Kunden und Datenquellen relevant sind.
Ohne klare Definition wird die Analyse beliebig. "Die Tech-Branche" ist zu breit. "B2B-SaaS für HR-Software in der DACH-Region, Zielgruppe 50–500 MA" ist handhabbar.
Schritt 2: Marktgröße und -entwicklung ermitteln
Wie groß ist der Markt heute? Wie entwickelt er sich? TAM SAM SOM strukturiert die Antwort: TAM (Total Addressable Market) = Gesamtmarkt, SAM (Serviceable Addressable Market) = erreichbarer Teilmarkt, SOM (Serviceable Obtainable Market) = realistisch erreichbarer Anteil.
Typische Quellen: Branchenberichte (Statista, Bitkom, Branchenverbände), Statistiken (Destatis, Eurostat), Fachpresse. Die Zahlen sind oft Schätzungen. Wichtig: Quelle angeben und Methode (Top-Down oder Bottom-Up) dokumentieren.
Schritt 3: Wettbewerbsanalyse
Wer sind die direkten und indirekten Konkurrenten? Wie positionieren sie sich? Porters Five Forces hilft, die Branchenstruktur zu bewerten. Wettbewerbsbeobachtung und ChatGPT-Prompts für Wettbewerbsanalyse zeigen, wie Sie Konkurrenten systematisch tracken.
Identifizieren Sie die 5–10 relevantesten Player. Vergleichen Sie: Produkt, Preis, Zielgruppe, Stärken, Schwächen. Eine Wettbewerbsmatrix macht die Positionierung sichtbar.
Schritt 4: Zielgruppenanalyse
Wer sind die Kund*innen? Welche Bedürfnisse haben sie? Wie treffen sie Kaufentscheidungen? Primärforschung (Umfragen, Interviews, Testkäufe) liefert direkte Einblicke. Sekundärforschung (Branchenstudien, Kundensegmentierung in Berichten) ergänzt.
Die Zielgruppenanalyse endet nicht bei "B2B-Entscheider 35–55". Konkret: Welche Personas? Welche Pain Points? Welche Kaufkriterien? Welche Informationsquellen nutzen sie?
Schritt 5: Marktpotenzial bewerten
Synthese aller Daten: Ist der Markt attraktiv? Welche Chancen und Risiken ergeben sich? Wo positionieren wir uns? Die Bewertung mündet in strategische Implikationen: Einstieg, Nische, oder Verzicht.
Ohne diesen Schritt bleibt die Marktanalyse eine Datensammlung. Mit ihm wird sie ein Input für Entscheidungen.
Datenquellen für die Marktanalyse
| Typ | Quellen | Einsatz |
|---|---|---|
| Sekundärforschung | Branchenberichte, Statistiken (Destatis, Eurostat), Fachpresse, Jahresberichte, Earnings Calls | Marktgröße, Wettbewerber, Trends |
| Primärforschung | Umfragen, Interviews, Testkäufe, Fokusgruppen | Zielgruppe, Kaufverhalten, Pain Points |
Sekundärforschung ist schneller und kostengünstiger. Primärforschung liefert spezifischere Daten, erfordert aber Zeit und Budget. In der Praxis starten die meisten mit Sekundärforschung und ergänzen bei Bedarf mit Primärforschung.
Marktanalyse-Vorlage zum Ausfüllen
| Abschnitt | Inhalt | Quellen |
|---|---|---|
| Zielmarkt | Abgrenzung, Definition, Region | |
| Marktgröße | TAM, SAM, SOM, Wachstumsrate | |
| Wettbewerb | Top 5–10 Player, Positionierung, Stärken/Schwächen | |
| Zielgruppe | Personas, Bedürfnisse, Kaufkriterien | |
| Marktpotenzial | Attraktivität, Chancen, Risiken, Implikationen |
Diese Vorlage können Sie in Excel, Word oder PowerPoint übernehmen. Word Vorlage Marktanalyse und Marktanalyse Beispiel PDF bieten kostenlose Vorlagen. Wer die Analyse mit KI beschleunigen will, nutzt das Researchly Marktanalyse-Tool.
Marktanalyse vs. PESTEL vs. Five Forces vs. SWOT
| Marktanalyse | PESTEL | Five Forces | SWOT | |
|---|---|---|---|---|
| Fokus | Zielmarkt, Größe, Wettbewerb, Zielgruppe | Externes Makroumfeld | Branchenstruktur | Unternehmen (intern + extern) |
| Ebene | Konkreter Markt | Makro | Branche | Unternehmen |
| Typische Anwendung | Businessplan, Markteintritt | Standort, Investmentprüfung | Branchenattraktivität | Strategie, Projektbewertung |
Die Frameworks ergänzen sich: Marktanalyse liefert die Marktdaten, PESTEL das Makroumfeld, Five Forces die Branchenstruktur, SWOT die Unternehmensposition. Beraterinnen und Strateginnen kombinieren in der Praxis alle vier. Den Überblick über strategische Analyse-Tools bietet der Tool-Vergleich.
Manuell vs. KI-gestützt
| Manuell | KI-gestützt (Researchly) | |
|---|---|---|
| Dauer | 8–20 Stunden | Deutlich schneller |
| Aktualität | Abhängig von Ihren Quellen | Echtzeit-Daten |
| Vollständigkeit | Oft ungleich (ein Abschnitt tiefer als andere) | Strukturierte Abdeckung |
| Reproduzierbarkeit | Schwer | Ein Klick |
Manuelle Marktanalysen haben ihren Platz: wenn Sie tief in eine Nische einsteigen, interne Expertise einbinden oder einen Workshop mit Entscheider*innen führen. Für Standardfälle (Branche, Markt, Wettbewerber) liefert ein KI-Marktanalyse-Tool schneller ein vollständiges Bild. Die Kosten variieren: Eine professionelle Analyse kann 5.000–20.000 Euro kosten, eine Do-it-yourself-Analyse mit Sekundärforschung und Tools bleibt kostengünstiger.
Typische Fehler vermeiden
Zu generisch. "Der Markt wächst" ist keine Marktanalyse-Aussage. Konkret: Welche Wachstumsrate? Welche Quelle? Welcher Zeithorizont?
Zielmarkt zu breit. "Die Digitalbranche" ist unbrauchbar. Eingrenzen auf Produkt, Region, Zielgruppe.
Keine Implikationen. Die Analyse endet bei der Datensammlung. Die Frage "Was tun wir damit?" bleibt unbeantwortet.
Veraltete Daten. Eine Marktanalyse von 2022 ist 2026 wertlos. Märkte ändern sich. KI-Tools nutzen aktuelle Daten, manuelle Analysen brauchen regelmäßige Updates.
Nächste Schritte
Die Marktanalyse ist ein Standard-Baustein für Businessplan, Markteintritt und Due Diligence. Die Umsetzung entscheidet, ob sie nützt oder Papier bleibt. Fünf Schritte, klare Datenquellen, eine Vorlage. Wer die Analyse mit KI beschleunigen will, startet mit dem Researchly Marktanalyse-Tool. Wer tiefer einsteigen will, nutzt den Marktanalyse-Tools-Vergleich.




